G20 in Hamburg 2017: Demonstranten legen Feuer und werfen Flaschen auf die Polizei

 

Foto: Julian Ovidiu Foto: Julian Ovidiu
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Nach dem Abbruch der Welcome to Hell Demo kommt es in ganz Hamburg zu Ausschreitungen mit Dutzenden Verletzten, an vielen kritischen Punkten der Stadt geht die Polizei gegen G 20 Gegner vor in St. Pauli spielen sich teils absurde Szenen ab. Demonstranten und Polizei geben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation, Peace first stand auf der Titelseite des Hamburger Abendblatts vom Donnerstag, illustriert war die Ausgabe mit einer großen Friedenstaube von Picasso, im Begleittext wünschte sich Chefredakteur Lars Haider einen gewaltfreien G 20 Gipfel und dass gerade die abendliche Welcome to Hell Demo glimpflich abläuft, Vor diesem Event, dessen Radikalität schon im Namen steckte, hatten die Sicherheitsbehörden seit Wochen gewarnt.

 

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Von einem friedlichen Abend und einer ruhigen Nacht kann nicht die Rede sein. Die Bilanz am Freitagmorgen, Ausschreitungen mit brennenden Autos und eingeschlagenen Scheiben in der ganzen Stadt sowie mindestens 76 verletzte Polizisten, von denen drei schwer verletzt im Krankenhaus liegen. Laut Bild Zeitung wurde die Wohnung von Innensenator Andy Grote attackiert, und wie viele G 20 Gegner gefangen genommen oder verletzt wurden, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

 

Bevor das Gipfeltreffen offiziell begonnen hat, gehen Bilder um die Welt, die die Bundesregierung und Hamburgs Bürgermeister Scholz tunlichst vermeiden wollten. Die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Polizei und Protestierer sie werden von Hamburg 2017 in Erinnerung bleiben, von einem Festival der Demokratie hatte der SPD Innensenator Grote vorab gesprochen. Das klingt nach den vergangenen Tagen wie Hohn nicht nur weil von Freitagmorgen an in einer 38 Kilometer großen Sperrzone ein Versammlungsverbot herrscht. Doch über allem steht nun die Frage, die wochenlang debattiert werden wird, Musste das wirklich sein?

 

Foto: Julian Ovidiu Foto: Julian Ovidiu
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Wasserwerfer, Reizgas und der vermummte Schwarze Block, Wie es zur Eskalation kam, ist schnell erzählt. Um 16 Uhr beginnt die Auftakt Kundgebung der Welcome to Hell Demo am Fischmarkt mit Reden und viel Musik, System Change, no Climate Change ist die Aufschrift eines typischen Plakats hier marschieren jene, die das kapitalistische System grundsätzlich ablehnen, Von 19 Uhr an sollte es über die Landungsbrücken und die Reeperbahn durch die Stadt gehen bis zum Sieveking Platz, mehre 300 Meter entfernt von den Messehallen, wo sich die Staats und Regierungschefs der G 20 treffen, och Protestzug mit dem Lkw, auf dessen Windschutzscheibe We are fucking angry steht, kommt nur 150 Meter weit.

 

Er passiert das verbarrikadierte Restaurant Fischerhaus, und vor der ersten Brücke stoppen ihn vier Wasserwerfer und zwei gepanzerte Wagen der Polizei. Diese begründet den Schritt damit, dass etwa 1000 Vermummte nicht kooperiert hätten, In einer Menschenmenge sei diese Art von Kleidung ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und werde nicht geduldet. Eine knappe Stunde tut sich gar nichts, dann stürmen plötzlich Polizisten von der Seite in die Demo. Shame on you, shame on you, ruft ein Organisator, als sich Dutzende aus dem schwarzen Block am Geländer hochziehen. Vom Gehweg aus werfen sie Flaschen, Stangen und Bengalos.

 

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Die Polizei setzt neben Wasserwerfern auch Reizgas ein, das die vielen Schaulustigen zum Husten bringt. Über die Höllen-Demo ist so viel berichtet worden, dass alle Erinnerungsfotos wollen. Die Stimmung ist klar pro Demonstranten. Haut ab, haut ab und Pfui schallt aus Hunderten Kehlen, als die Polizei durchgreift. Viele Passanten sind überrascht, wie schnell alles kippt: Lange herrscht im Park Fiction entspannte Party Stimmung, bei Sonnenschein wird Bier getrunken, gegrillt oder Basketball gespielt. Mitten in der Menge steht eine USK Einheit aus Bayern unter Plastikpalmen und vor einem Plakat Für die Reichen über Leichen. Die Zahl der Selfies dürfte locker vierstellig sein.

 

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Katz und Maus Spiel im Linken Viertel St. Pauli, Doch plötzlich laufen schwarz gekleidete und oftmals vermummte Gestalten durch den Park und verschwinden in den engen Straßen in Richtung Reeperbahn und St. Pauli, Durch ihre Kompromisslosigkeit hat die Polizei den Schwarzen Block quasi aussortiert, so dass mehrere Tausend G 20 Kritiker weitermarschieren können. Aus Wut über die Einsatzleitung, die ihr Recht auf Demonstrationsfreiheit eingeschränkt habe, erklären die Organisatoren von Welcome to Hell ihre Demo bereits um 20:09 Uhr für beendet. Doch die Konfrontation zwischen Polizei und Demonstranten ist damit keineswegs vorbei. Sie verteilt sich stattdessen auf viele verschiedene kritische Punkte der Stadt. In St. Pauli spielen sich teils absurde Szenen ab, Behelmte Polizisten laufen in Zweierreihen durch die Straßen und immer wenn sich an einer Ecke vermummte Demonstranten zeigen, machen die Beamten kehrt und folgen ihnen. Beobachter, die in den Kneipen und Dönerläden rings herum ihr Bier trinken, beobachten das Katz und Mausspiel amüs.

 

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© AgenturppF und Julian Ovidiu

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